Kaisersaal

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Am Schnittpunkt von Gasttrakt und äbtlicher Residenz gelegen erstreckt sich der Sommerliche Festsaal des Abtes über zwei Geschosse. Diese Halle darf als eine Neuschöpfung Carlo Antonio Carlones gelten (1693 – 1695). Die Geschoßhöhe orientiert sich an der Dimensionierung den östlich angrenzenden Abteiräumen. Zur ursprünglichen Ausstattung des Saales gehört heute nur mehr das Deckengemälde des Münchner Hofmalers Melchior Steidel, das die mangelnde Raumhöhe durch die Architekturmalerei auszugleichen sucht. Thematisch werden dem Wechselspiel des Lichtes zwei Rhythmen allegorisch unterlegt. Der Sieg des Phöb Apoll auf seinem Sonnenwagen, dem die Luna nichts als Erschrecken entgegenzusetzen hat, entspricht der Wechsel von Tag und Nacht, theatralisch durch den Nachthimmel illustriert, der wie ein Bühnenvorhang weggezogen wird. Die den Sonnenwagen ziehenden Horen und die in der Dämmerzone ruhenden Jagdbegleiter der Diana vervollständigen dieses Repertoir der Darstellung des siegreichen Sonnengottes. Ergänzt wird dieser erste Kreis der Bewegung des Lichtes durch die Personifizierungen der Jahreszeiten, die in den Zwickeln der Architekturmalerei ruhen.

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Unter Abt Alexander Strasser wurden 1720 bereits die ursprünglichen Ledertapeten entfernt, Fußboden und Portale erneuert und die Wände vom Neffen des Erbauers, Francesco Diego Carlone, mit Stuck neugestaltet. Martino Altomonte schuf für das neu entwickelte Raumprogramm der Saalwände die Portraits der als Kaiser regierenden Mitglieder des Hauses Habsburg, die dem Saal heute seinen Namen geben: Kaisersaal. Auf der Stirnseite des Saales wird das Bildnis Rudolf I. von Ecclesia und Imperia, Fama und den Wappen der Österreichischen Erblande über den Portalen begleitet. Auf den übrigen Wandteilen folgen in Thronordnung die nachgeborenen Mitglieder der Familie, ausgewiesen durch Namenszug, Emblem und Wahlspruch, in den Fensternischen typologisch kommentiert von römischen Herrscherbüsten und Allegorien herrschaftlicher Tugenden.
Der Wandbrunnen des Johann B. Spatz (datiert 1720) verweist auf die schon ursprüngliche Verwendung als Tafelzimmer.

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