Fischkalter

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Zu den eigentümlichsten Architekturschöpfungen des Stiftes Kremsmünster zählt der „Große Fischbehälter“ östlich des äußeren Stiftsportals. Er schreibt eine Bautradition des frühen 17. Jahrhunderts fort, in der bereits dem Portal gegenüber ein solches arkadengesäumtes Bassin zur Aufbewahrung der im Kloster benötigten Speisefische entstanden war. Darüber hinaus rekurriert der ursprüngliche Entwurf Carlo Antonio Carlones auf die Architekturformen des 1606-08 unter Abt Alexander a Lacu geschaffenen Guntherdenkmals bei den Quellen am Urspung. Dieses mit Arkaden geschmückte Wasserpater öffnet sich auf einer der Schmalseiten pavillionartig zu einem Teich und der dahinter sich öffnenden Landschhaft.

IMG_1303a_(800_x_600)Entsprechend konzipierte Carlone 1690-92 drei Fischbecken mit umlaufenden Arkadengängen auf toskanischen Säulen, die sich ostwärts zu niedriger gelegenen Becken ohne Arkadenschmuck hätten weiten sollen und von denen aus eine Wasserkaskade zum angrenzenden Teich des Sägewerkes und der dahinterliegenden Landschaft vermittelt hätte. Diese Pläne gelangten jedoch nicht zur Ausführung als um 1720 Jacob Prandtauer mit dem Neubau des angrenzenden Meierhofes beauftragt wurde und den östlichen Ausblick durch zwei weitere Becken auf dem Niveau der Carlonischen Bassins, wiederum mit Arkaden verschloss. So entstand eine symmetrische Folge von fünf Becken, die äußeren vier jeweils quadratisch, das mittlere als verdoppeltes Quadrat. Von der ursprünglichen Freskierung der Gewölbekartuschen durch Melchior Steidel sind nur Fragmente erhalten, wohl aber die marmornen Wasserspeier des Bildhauers Andreas Götzinger, bei den angefügten Prandtauerbecken wurden sie von Johann B. Spatz nach Entwürfen Anton Remeles verfertigt. Es wechseln von West nach Ost gesehen christliche und mythologische Figuren: Samson mit dem Löwen, David mit dem Bären, Triton, Neptun, Petrus und Tobias. Die umlaufenden Wände sind mit äbtlichen Jagdtrophäen geschmückt.

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