Jesu Vermächtnis

Gedanken von P. Ernst zum Gründonnerstag.

Der Gründonnerstag ist der erste der sogenannten „Drei Heiligen Tage“, die dem „heilbringenden Leiden und der glorreichen Auferstehung“ des Herrn geweiht sind, wie es in der Präfation vom Leiden Jesu heißt.

Jesus feiert zunächst mit seinen Jüngern das Paschamahl. Das war nichts Ungewöhnliches – bis heute tun das alle gläubigen Juden. Sie feiern das Paschamahl als Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (vgl. 1. Lesung). Auf diese Weise wird bei ihnen die Erfahrung von Heil und Rettung neu lebendig. In dieser Erinnerung liegt die Kraft, anzuerkennen, dass sie durch Gottes Macht gerettet wurden.

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Jesus erfüllt dieses Mahl aber mit einem neuen Inhalt. Das Lamm, das für das Paschamahl geschlachtet wurde, war nur ein Symbol für das „Lamm Gottes“, das Jesus Christus selber ist und das durch seine Liebeshingabe das Heil der Menschen bewirkt. Während dieses Mahles spricht Jesus über das Brot: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird…“ und über den Kelch: „Das ist der neue Bund in meinem Blut…“ Er selbst wird zum Opfer, das Heil und Rettung bringt. Diese Rettung liegt in der Hingabe Jesu und in dieser Hingabe enthüllt sich die ganze Liebe Gottes. Diese Liebe zeigt sich aber nicht nur an diesem Abend, sondern diese Liebe sollen alle Menschen zu allen Zeiten erfahren. Daher gibt er seinen Jüngern den Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis…, denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn bis er kommt.“ (vgl. 2. Lesung).

So will sich Jesus Christus uns schenken und unter uns gegenwärtig bleiben. In jeder Eucharistiefeier vergegenwärtigen wir dieses Geschehen. Diese Liebe, die Jesus Christus uns schenkt, soll in uns lebendig werden. Das Johannesevangelium berichtet uns, dass er seinen Jüngern die Füße wäscht. Diese Tat soll auch für uns Christen zum Erkennungszeichen werden, gemäß seinen Worten: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe!“

Sein Kniefall vor uns darf für uns Christen nicht ohne Folgen bleiben! Auch wir sind aufgerufen, es ihm gleichzutun. Unser Glaube und unsere Gemeinschaft mit IHM, die wir in der Eucharistiefeier ganz tief erfahren, müssen sich in den Taten der Liebe bewähren und ausdrücken. „Tut dies zu meinem Gedächtnis…“ und „ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt…“ – Das sind die Worte und die Gesten, die diesen Abend prägen.

Sie wollen und mögen auch unser christliches Leben prägen!

P. Ernest Bamminger

Lesungen und Evangelium zur Feier des Letzten Abendmahles am Gründonnerstag finden Sie HIER.