Einzug in Jerusalem und Tempelreinigung

Ein Impuls von P. Arno zum Palmsonntag.

Zwei Ereignisse des Palmsonntags werden in der Bibel beschrieben.

Das erste Ereignis ist der Einzug Jesu in Jerusalem, reitend auf einem Esel. Wer auf einem Esel sitzt, ist mit den Fußgängern etwa auf Augenhöhe. Es war für mich immer beeindruckend, wenn uns in den letzten Jahren immer ein Esel vom Agapitushof zur Stiftskirche begleitet hat, was heuer leider nicht möglich ist. Auch die Palmsegnung wird anders sein: Abt Ambros wird die Palmbuschen, die zu Hause bereitgelegt werden, von der Stiftskirche aus für die ganze Pfarre segnen. Aber heuer wird uns auch deutlicher als sonst gesagt: JEDER CHRIST ist durch seine Taufe mit dem priesterlichen Auftrag ausgestattet zu segnen! Sprechen Sie bitte daher selbst ein Segensgebet über ihre Palmzweige, auch können Sie sie mit Weihwasser segnen.

Das zweite Ereignis ist die Tempelreinigung in Jerusalem. Als Jesus in Jerusalem einzieht und den Tempel betritt, überkommt ihn Ärger, am meisten wohl über die irre Vorstellung, dass man mit dem Blut von Opfertieren Gott Freude machen könnte. Die Vertreibung der Händler kann auch im übertragenen Sinn verstanden werden. P. Anselm Grün schreibt im Büchlein „Fasten, der Weg nach innen“ über die Tempelreinigung in Jerusalem:

„Unser Leib gleicht oft einer Markthalle. Da gibt es lärmende Händler und schreiende Geldwechsler. Diese stehen für den inneren Lärm unserer Gedanken. Dann gibt es die Rinder, Schafe und Tauben. Rinder sind ein Bild für das Triebhafte in uns, die Schafe für das Oberflächliche, die Tauben für hin und her flatternde Gedanken. – Die Fastenzeit will anleiten, unser inneres Haus zu reinigen.“

Eine Woche steht uns noch als Vorbereitung auf Ostern zur Verfügung. Wir sind eingeladen auszumisten: störende Geräusche, Zeitkiller, das Zuviel an Speis und Trank, negative Gedanken. Ich bin der Tempel, der immer wieder gereinigt werden muss! – So gehen wir mit Christus in die Karwoche hinein, begleiten ihn durch die heiligen drei Tage und feiern dann mit ihm das größte Fest der Christen, OSTERN.

P. Arno Jungreithmair