Verwandelt durch Begegnung

Gedanken zum Sonntag, 3. November 2019.

Als Priester werde ich manchmal eingeladen, eine Wohnung oder ein Haus zu segnen. Da beginnen Studenten eine WG, zwei liebende Herzen ziehen zusammen, ein junges Ehepaar bittet um den Segen Gottes für sein neues Heim. Deutlich spüre ich bei solchen Anlässen die Sehnsucht, Gott möge mit einziehen, im Alltag gegenwärtig sein; alles, was in den eigenen vier Wänden geschieht, soll von Gott begleitet werden, die Bewohner und Gäste sollen von ihm geschützt sein.

Gerne nehme ich bei Haussegnungen das Evangelium, das heute in den katholischen Kirchen gelesen wird. Der Zöllner Zachäus hört, dass Jesus durch seine Stadt Jericho kommt. Er will unbedingt ihn sehen, aber weil er klein ist, verstellen ihm die vielen Leute die Sicht. So steigt er auf einen Baum. Jesus bleibt ausgerechnet bei ihm stehen und kehrt ein in das Haus eines offensichtlich korrupten Beamten. Der bereut und verspricht, die betrogenen Leute zu entschädigen. Jesus hat ihn verwandelt.

Wenn Jesus wirklich auferstanden ist, dann lebt er jetzt und sagt uns durch das heutige Evangelium wie damals zu Zachäus: „Ich möchte heute in dein Haus kommen.“ Er tut es, egal was die anderen sagen und auch wenn wir eigentlich unwürdig sind wie der Zöllner Zachäus. Und Jesus sagt ebenfalls zu uns: „Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden.“

P. Bernhard, verfasst für die Morgengedanken von Radio OÖ (ORF 2019)