Kampf für das Leben

Aus den Weisheiten der Wüstenväter.

„Die Dämonen schlugen Antonius so heftig, dass er vor Qualen auf dem Boden lag.“ Ein großer Teil seiner Biographie handelt vom Teufel und den Dämonen, die gegen Antonius und den Einsiedler kämpften. Für uns scheinen diese Dämonenkämpfe Relikte einer versunkenen, unaufgeklärten Zeit zu sein – wir sollten aber selber genauer hinsehen.

Kaum war Antonius in die Einsamkeit gezogen, begann eine erbitterte Auseinandersetzung mit inneren Widerständen und Anfechtungen. Zwar hatte er in der Wüste weniger Ablenkungen; aber der „Kampf mit dem eigenen Herzen“ flammte in ihm erst recht auf.

Wir brauchen diese herbe Seite christlicher Spiritualität, damit der Glaube nicht oberflächlich wird und widerstandsfähig bleibt. Öfter klagen mir Menschen, ihnen gehe es schlecht, obwohl sie ihr Leben Gott anvertrauen würden. Dann verweise ich auf die Heiligen, die trotz ihres Glaubens an äußeren Umständen und den eigenen Schwächen litten.

Antonius und die frühen Mönche waren bewusst in die Wüste gegangen, um sich den bösen Mächten zu stellen – auch für die anderen. Sie wussten, dass Christus durch den Kreuzestod den Kampf letztlich schon entschieden hat. Deshalb fanden Archäologen in den Räumen der frühen Wüstenmönche viele Kreuze an den Wänden eingraviert und aufgemalt. Im Zeichen des Kreuzes stellten sie sich dem Kampf mit dem Bösen.

(AP 11; VA 8)

Aus dem Buch „Kleine Schule des Loslassens. Mit den Weisheiten der Wüstenväter durch den Tag“, Seite 105

Weitere Beiträge zum Buch über die Wüstenväter:
Die Macht der Gedanken
Buchpräsentation „Kleine Schule des Loslassens“