Der Blick durchs Schlüsselloch

Ein Impuls von Frater Anselm zum vierten Adventssonntag.

DSCN7145Weihnachten ist schon ganz nah, die meisten Geschenke sind gekauft, Karpfen und Christbaum besorgt, der Baum vielleicht schon geschmückt. Vielleicht sind Sie aber noch im vorweihnachtlichen Stress? Ja, so ein Fest will vorbereitet sein und das macht ganz schön Arbeit. Gleichzeitig wird aber die Vorfreude hoffentlich auch schon da sein, das wünsche ich Ihnen jedenfalls.

Für die Bibeltexte zum vierten Adventssonntag – heuer nur einen Tag vor dem 24. Dezember – sind die Vorbereitungen praktisch getan. In ihnen schimmert der Glanz von Weihnachten bereits durch und sie lassen erahnen, welche großen Dinge da an Weihnachten geschehen sollen. So wird die schwangere Maria im Evangelium von ihrer Verwandten Elisabet bereits als „die Mutter meines Herrn“ (Lk 1, 43) bezeichnet. Man spürt, dass die Geburt Jesu nicht mehr weit ist.

Mit dem, was da kommt, erfüllt sich die Weissagung des Propheten Micha. Sein Buch gewährt in einer Art preview einen Blick hinter den Vorhang dessen, was uns erwartet. Noch ist Maria in „einer Stadt im Bergland von Judäa“ (Lk 1,39), doch der Weg nach Betlehem ist nicht mehr weit, von dem es heißt: „Du Betlehem, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll.“ (Mi 5,1) Der Prophet kündigt damit die Geburt eines besonderen Kindes an, über das er weiter schreibt: „Er wird auftreten und ihr Hirt sein. Sie werden in Sicherheit leben und er wird der Friede sein.“ (Mi 5, 3f.) Das sind starke Worte, sie kündigen Christus an; sie sind wie ein Blick durchs Schlüsselloch auf den geschmückten Christbaum im Wohnzimmer mit den Geschenken darunter. Da kann Weihnachten kommen.