Codex Millenarius online

Aus Anlass unseres Stiftertages stellte die Österreichische Akademie der Wissenschaften den Codex Millenarius Maior online.

Der Codex Millenarius Maior (Stiftsbibliothek, CC Cim. 1) ist ein Prachtevangeliar, das nach Bernhard Bischoff im 2. Jahrzehnt des 9. Jh. in Mondsee oder Kremsmünster entstanden ist. Er ist die wertvollste Handschrift aus der Frühzeit des Klosters, die seit dem Stiftertag 2018 auf dem österreichischen Handschriftenportal manuscripta.at online gestellt ist.

Direkter Link zum Codex Millenarius Maior: http://manuscripta.at/?ID=8509

Unter diesem Link findet sich auch die ausführliche Handschriftenbeschreibung und eine  Bibliographie zum Codex, entnommen aus: Hauke Fill, Katalog der Handschriften des Benediktinerstiftes Kremsmünster. Teil 1: Von den Anfängen bis in die Zeit des Abtes Friedrich von Aich (ca. 800-1325), Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Denkschriften 166 = Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters II,3,1. Wien 1984, 33-36.

Seinen Namen erhielt diese Evangelienhandschrift im Jubiläumsjahr 1777 von einem römischen Experten, der beim Anblick ausrief: „Vere codex millenarius“ – Wahrlich ein tausendjähriges Buch. Jedes Evangelium beginnt mit einer illuminierten Doppelseite. Unter der linken Arkade sitzt der Evangelist, unter der rechten schwebt sein Wesen herbei, zum Beispiel der Stier bei Lukas. Die Verteilung von Evangelist und Wesen auf zwei Ganzseiten ist in der Buchkunst einzigartig.
Um das Jahr 1600 entstand der Buchdeckel, auf dem Christus Salvator zu sehen ist, umgeben von den vier Evangelisten.

Abwechselnd mit dem Codex Millenarius Minor, die etwas jüngere Evangelienhandschrift aus dem 9. Jh., ist der der Codex Millenarius Maior in der Schatzkammer ausgestellt und im Rahmen einer Führung zu besichtigen.