Wie kann ich barmherzig sein?

Gedanken zum zweiten Sonntag der Osterzeit.


Papst Johannes Paul II. hat den Sonntag nach Ostern zum Sonntag der Barmherzigkeit erklärt; für Papst Franziskus ist die Barmherzigkeit geradezu ein Schwerpunkt seines Pontifikats.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie einfach und vielsagend sich Kinder und Jugendliche ausdrücken können. Die 6. Klasse unseres Stiftsgymnasiums in Kremsmünster kommentierte die „Werke der Barmherzigkeit“ als Anstöße für uns. Was heißt etwa, „die Sünder zurechtweisen“? – Wenn man verletzt wird, es der Person sagen und nicht einfach sauer sein.

Die Jugendlichen konnten Werke der Barmherzigkeit, die sie auf den ersten Blick nichts angehen, konkret auf ihre Situation übertragen. Zu „Nackte bekleiden“ heißt es etwa: Jemanden aus einer peinlichen Situation retten. Oder zu „Tote begraben“: Etwas hinter sich lassen, abschließen können. Bei „Gefangene besuchen“ denken sie nicht nur an Häftlinge: Menschen eine Freude bereiten, die in schweren Situationen wie gefangen sind oder Depressionen haben.

Einige weitere Werke der Barmherzigkeit, neu formuliert von 16-Jährigen:

  • Wenn jemand sehr traurig ist, zu diesem Menschen gehen und ihn trösten.
  • Nicht alles immer persönlich nehmen.
  • Verständnis für psychisch Kranke haben.
  • Personen, die dir auf die Nerven gehen, ertragen. Vielleicht sind sie nur deshalb lästig, weil sie etwas auf dem Herzen haben und gehört werden wollen.

 

 P. Bernhard Eckerstorfer, ORF 2018