Über den Tod hinaus

Gedanken zum Ostersonntag.

Heute wird unzählige Male etwas im Spaß gesagt, das die anderen glauben sollen.
„1. April!“ Ist die Auferweckung Jesu auch nur ein Aprilscherz?

Ich hatte in den letzten Wochen viele Gespräche mit jungen Leuten in mehreren Schulen. Die Osterbeichte ist eine gute Gelegenheit, jemanden etwas anzuvertrauen, das einen beschäftigt oder belastet. Ich verrate jetzt kein Geheimnis, sondern sage nur allgemein, was ich immer wieder erlebe: Eine Schülerin erzählt von ihrem verstorbenen Opa, ein Schüler vom plötzlichen Tod seiner Urli-Oma. Für sie sind diese Menschen nicht tot. Über Erinnerungen hinaus wissen sie, dass der Opa oder die Urli-Oma da sind und sie weiter begleiten.

Jugendliche, die einmal den Tod eines gleichaltrigen Menschen verarbeiten mussten, berichten, wie das war, das Nachbarskind oder die beste Freundin zu verlieren. Sie spüren, dass deren Leben über unsere Welt hinaus weitergeht.

In der vergangenen Osternacht wurden in unzähligen Kirchen auf der ganzen Welt die Worte des Engels aus dem Markusevangelium vorgelesen, der den Frauen am leeren Grab zuruft: „Jesus ist nicht hier, er ist auferstanden!“ Vom Lieblingsjünger Johannes heißt es im heutigen Evangelium: „Er sah und glaubte.“

Ich glaube den Zeugen von damals und heute. Ihre Erkenntnis über das Leben nach dem Tod ist kein Aprilscherz, sondern eine tiefe Überzeugung, die auch ich teilen möchte.

P. Bernhard Eckerstorfer, ORF 2018