Was wäre dein Heiligen-Attribut?

Diese Frage stellte der Schlierbacher Abt Nikolaus Thiel beim Schulgottesdienst am Festtag des Heimganges unseres Heiligen Vaters Benedikt am 21. März 2018.

„Niemand weiß, wie Benedikt ausgesehen hat, von kaum einem Heiligen weiß man das, zu spät wurden der Fotoapparat und das Handy erfunden. Weder Portrait noch Selfie mit ihm gibt es. Ihn, wie viele andere Heilige erkennt man an ihren Attributen.“ So der Abt zu Beginn seiner Predigt, um dann festzustellen, dass unsere Schüler selbstverständlich wissen, dass Benedikt mit Buch und Becher mit einer Schlange dargestellt wird. Das Buch erinnert daran, dass er die wegweisende Regel für das Mönchtum geschrieben hat. Der Becher markiert das einschneidende Erlebnis, dass die Mitbrüder ihren Abt aufgrund seiner überzogenen Strenge vergiften wollten. Attribute können also an entscheidende Erfahrungen, mitunter an das Martyrium oder auch an besondere Taten und Verhaltensweisen erinnern.
„Wie ist das mit euch, wenn man eine Statue von euch anfertigen sollte? Als Heiliger oder auch so? Was wollt ihr in der Hand tragen?“ Mit dieser Frage ermutigte Abt Nikolaus, sich selber zu überlegen, was man aus seinem Leben machen möchte. Dass wir vermutlich das hohe Ideal der Heiligen nicht immer erreichen werden, merkte er auch an, um dann aber zu ermutigen: „Ich kann und möchte nicht radikal wie Franziskus alles hinter mir lassen und in radikalster Armut Christus folgen. Ich habe nicht die Standfestigkeit wie der Selige Franz Jägerstätter meinem Gewissen so treu zu folgen. Ich könnte nicht so mutig wie Benedikt einen Orden gründen, und ihnen so dauerhaft und klug Weisung schreiben. Und vielleicht, um bei der Geschichte zu bleiben, könnte man auch sagen, am Hochaltar ist sowieso kein Platz mehr frei. Dennoch, so gefüllt unsere Altäre sind, in der Welt ist noch genug Platz für Heilige, sie sind gesucht, mehr denn je.“
Was neben diesen Gedanken auch noch nachklang, war die wunderschöne musikalische Gestaltung mit Gospels durch ein Lehrer-Quartett, sowie durch die 1C mit dem Lied „O happy day“. In diesem Sinne gingen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrende gleichermaßen gestärkt von diesem Gottesdienst hinaus in diesen frohen (schulfreien) Tag. Der Heilige Benedikt, den wir an diesem Tag feiern, möge uns allen Fürsprecher auf unserem eigenen Weg der Heiligkeit sein.