Every Christmas

Wem kann ich eigentlich mein Herz schenken? Impuls zur dritten Adventwoche von Frater Anselm.

Alle Jahre wieder – so begleitet den Radio-Hörer auch heuer das Lied „Last Christmas“ durch die Zeit vor Weihnachten. Obwohl es schon über 30 Jahre alt ist, kennt den Schlager fast jeder. Der Refrain beginnt mit dem Satz „Last Christmas I gave you my heart but the very next day you gave it away“, zu Deutsch: „Letzte Weihnachten, habe ich dir mein Herz gegeben, doch gleich am nächsten Tag hast du es weggegeben“. Was hat denn das bitte mit Weihnachten zu tun?

Direkt eigentlich nichts. Auf den zweiten Blick passt es vielleicht aber doch, denn im ganzen Lied geht es um die Sehnsucht nach jemandem, dem man wirklich das Herz schenken kann. Und da sind wir mitten im Advent, ist er doch die Zeit der Sehnsucht nach Frieden und Heilung, Zeit der Erwartung.

Das kommt auch in den Texten zum dritten Adventsonntag zum Ausdruck. Im Evangelium ist von Johannes dem Täufer die Rede. Die Leute sind beeindruckt und wollen wissen, wer er denn eigentlich sei. Elija oder gar der Messias? Da bezeichnet er sich selbst als die Stimme, die in der Wüster ruft: „Ebnet den Weg für den Herrn!“ (Joh 1,23). Es gibt uns mit, voll Erwartung zu leben und die Hindernisse für die Ankunft dessen aus dem Weg zu räumen, der kommt, „damit ich alle heile, deren Herz zerbrochen ist“ (Jes 61,1). Der dritte Adventsonntag heißt auch Sonntag „Gaudete“ (Freut euch!). Das Dunkle schwindet, wie es noch am ersten Sonntag des Advent präsent war; die Fröhlichkeit vertreibt es. Von Herzen dürfen wir uns über und auf den Herrn freuen (vgl. Jes 61,10), da sein Kommen näher rückt.

HP_fr. Anselm 04.12.17

Also beim nächsten „Last Christmas“ dran denken: Nicht ärgern „schon wieder!“, sondern inne werden, dass da jemand wartet, dem man wirklich sein Herz schenken kann, der es garantiert nicht weggibt. Er will in unsere Welt kommen. Schon bald.

 

 

Frater Anselm Demattio stammt aus München, ist 29 Jahre alt und wurde am 3. Dezember 2017 eingekleidet.