Licht-Boten … Licht-Boote

Ganz besonders ist momentan abends der Weg in den Großen Stiftshof. Beleuchtete Boote wollen uns Boten sein und uns daran erinnern, dass wir im Advent das Licht suchen sollen.

In diesen Tagen des Advents spielt die Lichtsymbolik eine große Rolle. Wir erleben es ja im Alltag sehr augenscheinlich, wie notwendig Lichtquellen in diesen grauen Tagen sind. Advent ist ein Abenteuer (vgl. „Adventure“) bei dem wir zu Lichtsuchern werden sollen. Sehr eindrücklich kommt das Licht momentan auf unserem Wassergraben zur Geltung. Die, über den Sommer bepflanzten, Boote erstrahlen nun im Lichtschein. Manchmal ist das Licht aber nicht so einfach zu sehen, das haben schon Baruch und sein Enkel Jechiel in der rabbinischen Geschichte erfahren, die Elie Wiesel aufgezeichnet hat.

„Der versteckte Gott“
Der Jechiel kommt weinend in die Wohnstube seines Großvaters Rabbi Baruch gelaufen, und dieser fragt ihn: „Sag, warum weinst Du?“. „Meine Freunde sind gemein, und deshalb weine ich.“ „Sag, Jechiel, willst Du mir das nicht von Anfang an erzählen?“ „Ja, Großvater. Wir haben Versteck gespielt, und ich war an der Reihe, mich zu verstecken. Und ich habe mich sehr gut versteckt, das kannst du mir glauben. Und meine Freunde haben mich gesucht, und sie haben mich nicht gleich gefunden. Und dann – stell dir vor – haben sie einfach aufgehört, mich zu suchen. Sie haben mich nicht weiter gesucht, und das finde ich gemein. Und deswegen muss ich weinen.“ Da kniet sich der alte Rabbi zu seinem Enkel nieder, ihm selber kommen Tränen in die Augen und er sagt: “Siehst Du, Jechiel, so ist es auch mit Gott. Er hat sich vor uns versteckt, und die Menschen suchen ihn nicht einmal mehr. Verstehst Du? Sie suchen ihn nicht einmal mehr.“