Mehrwert Glaube zum Nachhören

Am 6. Oktober sprach der emeritierte evangelische Regionalbischof von Würzburg-Ansbach Christian Schmidt über das Hohelied. Hier seine Predigt und der gut besuchte Vortrag zum Nachhören.

Ausgehend vom Hohelied des Alten Testaments spannte Schmidt, der seit 40 Jahren sich regelmäßig im Stift Kremsmünster zurückzieht, den Bogen über die Mystiker des Mittelalters bis zu protestantischen Zeugen der Verbindung von Menschen- und Gottesliebe. Wie lässt sich Liebe von Gott zu den Menschen besser beschreiben als über die zwischenmenschliche Liebe.

Er betonte: „Der Glaube ist nicht etwas nur für den Kopf. Der Glaube erfasst den ganzen Menschen, das Gemüt, das Herz. Wenn ich verliebt bin, denke ich Tag und Nacht an den geliebten Menschen. Das Glück der irdischen Liebe kann uns zum Hinweis werden auf den Grund aller Liebe, auf Gott. Was Christen über die Jahrhunderte erfahren haben, das ist nicht einfach nur eine Projektion der menschlich-irdischen Erotik auf das religiöse Leben, sondern es ist eine wunderbare Wirklichkeit, die uns leben lässt.“

Aufhorchen ließen die Gedanken des evangelischen Bischofs zum Ordensgelübde der Keuschheit: „Ich glaube, dass es die Berufung zu einem Leben in Enthaltsamkeit gibt. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern will in besonderer Weise ganz frei und verfügbar machen für das Reich Gottes. Die Enthaltsamkeit kann darüber hinaus in unserer pansexualisierten Zeit und Welt zeigen, dass es noch etwas anderes gibt, für das es sich zu leben und um dessentwillen es sich zu verzichten lohnt. Wo diese Berufung in der Nachfolge Christi im Vertrauen auf Gott mit seiner Hilfe gelebt wird, kann das ein ganz reiches Leben werden.“

Predigt zum Nachhören

 

Vortrag zum Nachhören