„Nicht nur Öl, vielleicht auch Kaffee“

Schüler unseres Gymnasiums waren am 6. April 2017 bei den Spitzen der Wirtschaft zu Gast und bekamen so einen interessanten Einblick, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickeln wird.

Weit über 1000 Kunden sind am 6. April dem Ruf der Oberbank gefolgt, den Spitzen der österreichischen Wirtschaft zuzuhören, wenn diese ihre Sicht der Zukunft der Energiestrategien der Menschheit darlegen. Moderiert vom Österreichchef des deutschen Handelsblatts und nach kurzen Impulsen meinte der erste Haupreferent Dr. Rainer Seele einleitend, dass die OMV heuer goldene Hochzeit mit Russland feiert und dass man sich einen so potenten und über Jahrzehnte verlässlichen Partner sicher nicht nehmen lasse – ganz im Gegenteil sollte sich die EU geschlossen bemühen, das Projekt North Stream (eine Gaspipeline durch die Ostsee) endlich auf Schiene zu bringen. Die OMV geht davon aus, dass langfristig der Erdölverbrauch insgesamt zurückgeht, im Flugverkehr und in der Petrochemie aber steigt. Hier erwartet man sich bei der OMV Tochter Borealis großes Wachstum. Große Hoffnungen setzt man in die Wasserstofftechnologie, in den Strommarkt wird man nicht einsteigen, denn „das können andere besser“. Die Tankstelle der Zukunft wird Benzin, Diesel, Wasserstoff und Strom anbieten und abschließend meinte er schmunzelnd: „Vielleicht steigen wir auch als zusätzliches Standbein in den Kaffeemarkt ein, um die wartenden Elektroautofahrer versorgen zu können!“
Dr. Eder meinte in seinem Vortrag einleitend, dass die sauberste Tonne Stahl aus Oberösterreich kommt und dass es schwer für einen 100 Meter Sprinter ist, der den Lauf gerade in 10 Sekunden geschafft hat, vorgeschrieben zu bekommen, dass er diese Strecke nun in 8 Sekunden laufen soll. Der Voestalpine Konzern steckt gerade große Summen in ein Projekt, welches die Stahlproduktion über Wasserstoff ermöglichen soll. Er gibt sich optimistisch, dass dieses Ziel bis 2040 zu schaffen sein wird. Bis dann könnte man die gesamte Stahlproduktion CO² neutral gestalten und auf Kohle und Koks verzichten. Er sprach sich für eine intellgente Energiewende aus, bei der Europa vereint und im Verbund große Lösungen herbeiführen  muss. Es wird aber (ohne Atomkraft) nie möglich sein, gänzlich auf die CO² Produktion zu verzichten und: „Die Energiewende braucht Stahl, egal ob Windkraftwerke, Solarenergie, Pipelines oder Elektroautos!“
Unsere Schüler waren von der Klarheit der Worte und von den leicht verständlichen, griffigen und interessanten Statements begeistert. Das beruhte aber anscheinend auf Gegenseitigkeit, denn nach dem Vortragsabend pickte uns der Pressesprecher der OMV aus der riesigen Menschenmenge und fragte, ob wir Zeit für ein Gespräch mit Dr. Seele haben. Dieser zeigte sich begeistert davon, dass SchülerInnen einen solchen Vortrag besuchen und sich dafür interessieren. Am Ende einer anregenden Plauderei gab er unseren Schülern noch einige Tipps fürs Leben mit, bevor er – begleitet von seiner Frau – ins Dienstauto stieg, das ihn wieder nach Wien zurück brachte.
Ermöglicht hatte den Besuch Dir. Gschwendtner. Er schaffte es, die Schulgruppe im ausverkauften Haus unterzubringen, wo ansonsten nur geladene Gäste weilten.
Prof. Klaus Thaler

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Von links nach rechts: Prof. Thaler Schüler der Wahlpflichtfachgruppe GWK, Vorstandsvorsitzender des Voestalpine Konzerns Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender des OMV Konzerns Dr. Rainer Seele, Generaldirektor der Oberbank Dr. Franz Gasselsberger und der Präsident der oberösterreichischen Industriellenvereinigung Dr. Axel Greiner

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Dr. Seele hat etwas zu sagen. Die ZuhörerInnen lauschen gespannt.