Noch 9 Monate bis Weihnachten

Am 25. März feiert die Kirche das Fest „Verkündigung des Herrn“ – ein Impuls.

Gott wird Mensch, das ist das bahnbrechende Ereignis des Christentums. Der Herr des Himmels kommt nicht nur zum Schein auf die Erde, sondern als Kind zur Welt. Wächst heran, wie jedes Kind, neun Monate lang. So soll auch in uns der Glaube wachsen, dass Gott wirklich in unserem Leben dabei sein will. In uns. In jeder Eucharistiefeier nehmen wir IHN auf. Vielleicht hat diese Präsenz Gottes in uns auch zu tun mit dem „inneren Kind“. Damit verbinden wir eine gewisse Offenheit und Leichtigkeit und Zuversicht. Bringen wir unser inneres Kind immer neu auf die Welt. Lassen wir uns nicht (nur) gefangen nehmen von Sorgen, Herausforderungen und Schwierigkeiten, die das Erwachsen-Werden mit sich bringt. Der Blick auf das Kind in der Krippe kann uns helfen, das Kind in uns wieder neu wahrzunehmen sodass wir fröhlicher, zuversichtlicher und gelassener unseren Weg gehen können. Sehr schön finde ich in diesem Zusammenhang ein Gedicht von Andreas Knapp. Und ich wünsche Ihnen nicht nur am heutigen Fest, sondern immer, dass Sie manchmal so richtig Kind sein können. (P. Franz)

das kind in der mitte
in jahresringen
legt sich hartholz
um das innere kind

kein bildhauer
kommt mehr
auf die idee

freizulegen
was im groben klotz
noch stecken könnte

mit großen kinderaugen
sieht ER des menschen mitte
sein eigenes ebenbild

Andreas Knapp, Biblische Gedichte, Würzburg ²2015, 59.