Wir stellen vor …

Ein Einblick in unseren Forstbetrieb von Forstassistentin Dipl.-Ing. Birgit Stöhr.

Unser Forstbetrieb umfasst eine Gesamtfläche von etwa 10.200 Hektar. Davon sind 5.200 Hektar Wald (1.100 Hektar zählen zum Schutzwald in Ertrag) und der Rest gliedert sich in unproduktives Ödland (hauptsächlich im Bereich des Almsees) sowie Gewässerflächen.
Der Waldbesitz ist schlecht arrondiert, so sind die Waldflächen in 8 Revieren über 20 politische Gemeinden verstreut und reichen von den Vorlagen des Alpenvorlandes ab einer Seehöhe von 350 Metern bis ins Hochgebirge der vorderen Kalkalpen (Totes Gebirge), also bis zur Baumgrenze.
Durch die Streulage der einzelnen Waldflächen ist die Bewirtschaftung eher schwierig. Erstens bedeutet dies einen wesentlich größeren Aufwand bei der Besitzsicherung, d.h. Grenzerhaltung und zweitens einen wesentlichen größeren Aufwand bei der Planung der Holzernte, Überstellungen von Maschinen, Personal und so weiter. Positiv an der räumlichen Distanz sowie der Diversität der Standorte ist, dass bei Katastrophenereignissen nicht unbedingt alle Flächen betroffen sind. Die Baumartenzusammensetzung ist dementsprechend sehr unterschiedlich. In den Vorlagen dominieren zum Teil Fichten-Bestände durchmischt mit Lärche und Tanne sowie nach den Sturmkatastrophen neu begründete Bestände mit Laub- und Edellaubhölzern wie Eiche, Hainbuche, Linde, Esche sowie Ahorn. In den im Flysch liegenden Revieren (450 bis 900 m Seehöhe), dominieren die Fichte gemeinsam mit Lärche und Tanne sowie Buche. In den Gebirgslagen des Forstbetriebes setzen sich die Bestände aus Fichte (50%) gemeinsam mit Buche (50%) zusammen.
Über den gesamten Betrieb gesehen entfallen zirka 70 Prozent der Waldfläche auf befahrbares Gelände bzw. sind Erntesysteme mit Harvester/Forwarder möglich. Die restlichen Waldflächen sind so steil, dass die Holzernte nur mittels Seilkran durchgeführt werden kann und dadurch in der Bewirtschaftung wesentlich kostenintensiver ist.
Der Einschlag von ca. 35.000 Festmeter pro Jahr wird zu etwa 25 Prozent von den betriebsinternen Forstarbeitern durchgeführt, die restlichen 75 Prozent werden an forstliche Dienstleister vergeben.
Unser Forstbetrieb besitzt selbst keine Maschinen für die Holzernte, sie werden teils von den Mitarbeitern des Forstbetriebes beigestellt, der übrige Teil der Holzernte wird an Holzschlägerungsunternehmen vergeben.
Der Aufschließungsgrad des Betriebes, das heißt, die Erschließung der Waldflächen durch Forststraßen liegt bei ca. 50 lfm pro Hektar. Es sind nur noch einige kleinere Wegbauprojekte nötig, ansonsten ist die Erschließung abgeschlossen.

Die Bewirtschaftungsflächen werden in vier regionale Bereiche unterteilt:

  1. Reviere Theuerwang, Tiessenbach und Hals im Raum Vorchdorf, Kirchham, St. Konrad, Scharnstein: Förster Ing. Josef Wampl
  2. Reviere Hochkogl und Altpernstein im Großraum Kirchdorf: Mag. fr. Gregor Buchberger
  3. Revier Almsee in Grünau: Forstwart Christian Drack
  4. Reviere Kremsmünster und Allhaming, Förster Ing. Dietmar Mühlwanger, Forstwirtschaftsmeister Gerald Lebelhuber

Die Leitung des Forstbetriebes hat Forstmeister Dipl.-Ing. Mag. P. Gotthard Niedrist, ihm zur Seite steht Dipl.-Ing. Birgit Stöhr als Forstassistentin.
Insgesamt sind 20 Mitarbeiter im Forstbetrieb beschäftigt.

Ein kleiner Blick in die Arbeit in unseren Forstrevieren Theuerwang, Tiessenbach und Hals

In diesen Revieren sind zwei Forstarbeiter das gesamte Jahr hindurch beschäftigt. Dies sind Manfred Eder und Kurt Schlager.

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Unsere Forstarbeiter Manfred Eder (li) und Kurt Schlager

Momentan arbeiten die Forstarbeiter im Revier Theuerwang. Das Revier umfasst Grundstücke in den Gemeinden Vorchdorf und Kirchham. Alle Grundstücke liegen impolitischen Bezirk Gmunden. Insgesamt besteht das Revier aus drei getrennt voneinander liegenden Teilen, dem Theuerwanger Forst, dem Bannholz und dem Hofholz mit einem Gesamtflächenausmaß von etwa 250 Hektar.

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Kurt Schlager mit gefällter Buche

Die Arbeit der beiden Forstarbeiter im Jahresverlauf ist gekennzeichnet durch die Witterungslage. So werden in den Monaten Jänner, Februar und März hauptsächlich im Revier Theuerwang Holzschlägerungsarbeiten durchgeführt. Je nach Verkaufssituation sind diese Arbeiten Durchforstungen oder Kahlhiebe.

Im März wird mit dem Forstpflanzensetzen begonnen, entweder sind Kahlflächen zu kultivieren oder Verjüngungsflächen, die lückig sind, nachzubessern. Sobald es die Witterungslage zulässt, werden dann die Revierteile im Gebirge kontrolliert und etwaige Schäden, die während des Winters entstanden sind (Schneedruck, Windwurf) aufgearbeitet. Während der restlichen Monate des Jahres werden im Revier Hals und Tiessenbach aufgrund der Anleitungen von Revierförster Ing. Wampl Durchforstungen, Absäumungen oder Räumungen durchgeführt, je nach Auftragslage des Holzmarktes. Bei Schlechtwetter werden von den Forstarbeitern Kulturpflegearbeiten durchgeführt, das heißt Jungkulturen werden vom konkurrierenden Bewuchs frei gestellt.

Bericht und Fotos: Birgit Stöhr

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Förster Ing. Josef Wampl (li) und Forstadjunkt Christoph Haas bei Schlägerungsarbeiten im Revier Theuerwang.

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Fichten-Tannen-Bestand im Revier Theuerwang (Bannholz Kirchham)