Liebe fordert Entscheidung

Gedanken zum 1. Adventsonntag – 27. November 2016.

Immer wieder denke ich mir, dass es doch beeindruckend ist, was Menschen alles aus Liebe tun. Meine Schwägerin hat ihr Wirtshaus aufgegeben und dafür ihre Energie in das Bauernhaus meines Bruders gesteckt. Und wie sie, die sie vor nicht ganz zwei Monaten geheiratet haben, ganz selbstverständlich ihren Alltag aneinander ausrichten und miteinander gestalten ist auch schön zu beobachten. Was einem wichtig ist, verändert sich durch eine Lebensentscheidung. Und so könnten Sie vermutlich auch so manches aufzählen, was sie aus Liebe alles getan haben, wo Sie immer wieder auch Opfer bringen. Ein Problem unserer Zeit ist ja vielleicht eine fehlende Entschiedenheit. Viele junge Menschen tun sich schwer, die richtige Wahl fürs Leben – ob jetzt hinsichtlich Beziehung oder auch beim Beruf – zu treffen. Jesus fordert, dass wir uns entscheiden und dass wir wachsam sind. Eine Ehe, oder auch der Weg im Kloster, aber auch eine Berufsentscheidung kann nur dann gelingen, wenn wir uns immer wieder neu dafür entscheiden. Das meint Wachsamkeit, dass ich immer wieder auf mich selbst, auf den Anderen, letztlich auf Gott schaue und neu „ja“ sage zu meinem Weg. Gehen wir den Weg in den Advent mit diesem Wissen und sagen wir immer wieder „ja“, dann wird Manches, was uns oft so schwer fällt, auf einmal leichter. Dann sind wir bereit für die Herausforderungen, vor die das Leben uns stellt, dann kann Gott immer neu ankommen. Advent heißt Ankunft. Gott kommt an, wenn wir lieben
Text: P. Franz Ackerl, im „Neuen Volksblatt“ vom 26. Nov. 2016
Bild: Fam. Fiedler

Evangelium Matthäus 24,37-44
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

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