Benediktiner international

Unser Abt Ambros ist momentan in Rom zum Äbtekongress, wo am 10. September 2016 Gregory Polan zum neuen Abtprimas gewählt wurde.

Nach 16 Jahren legte der Deutsche Notker Wolf aus der Abtei St. Ottilien sein Amt zurück. Im November 2014 hat er unser Kloster im Rahmen des Christkönig-Festivals besucht. So wie damals bei uns hat er international die Menschen mit seiner offenen und geradlinigen Art angesprochen. Der Abtprimas ist der oberste Vertreter der rund 7.000 Benediktinermönche weltweit und auch Repräsentant der 15.000 Benedikinternonnen und –Schwestern. Als solcher ist er aber lediglich Erster unter Gleichen, so ist seine Aufgabe hauptsächlich die Repräsentation unseres Ordens. Im Rahmen des alle vier Jahre stattfindenden Äbtekongresses in Rom wählten die ca. 250 Äbte und Ordensoberen (in Klöstern ohne Abt ist ein Konventual-Prior der Leiter der Gemeinschaft) nun den 66-jährigen Amerikaner Gregory Polan für acht Jahre zum Abtprimas. Seit 1996 war er Abt der Conception Abbey im US-Bundesstaat Missouri.

Wo steht der Benediktiner-Orden?
Es gibt einen Witz über katholische Ordensgemeinschaften. Er lautet: Ein Benediktiner, ein Dominikaner, ein Franziskaner und ein Jesuit beten gemeinsam, da geht das Licht aus. Der Benediktiner will weiter beten, er kennt den Text auswendig, der Dominikaner will diskutieren, der Franziskaner will Gott für das schmerzlich vermisste Licht danken. Dann wird es wieder hell: Der Jesuit hat die Sicherung ausgewechselt. Von diesem Witz ist es nicht allzu weit zu dem, was der scheidende Abtprimas Notker Wolf jüngst über den Zustand der Benediktiner sagte: „Man hat lange darauf geachtet, alle Regeln streng einzuhalten – aber dabei ist das Zwischenmenschliche zu kurz gekommen“, so Wolf in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. Allerdings habe man dieses Defizit inzwischen erkannt.[1]

So sind wir überzeugt, dass die Benediktiner weltweit mit einem neuen Gesicht an der Spitze weiterhin einen guten Weg gehen werden und dass auch unser Benediktinerkloster keine Angst vor der Zukunft zu haben braucht, wenn wir den Geist unseres Gründers immer neu zu ergründen suchen und nicht in streng-eingehaltenen Traditionen stecken bleiben.

In Österreich gibt es übrigens 16 Benediktinerklöster, davon gehören 14 zur Österreichischen Kongregation, der unser ehemaliger Mitbruder Abtpräses Christian Haidinger vorsteht. Darüber hinaus gibt es vier Benediktinerinnenklöster in Wien, Salzburg, Steinerkirchen und St. Johann bei Herberstein. Zu den 14 Benediktinerklöstern unserer Kongregation gehören derzeit etwas über 300 Mönche. Mit 50 Mönchen sind wir das größte Benediktinerkloster.

[1] Thomas Jansen (KNA), http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/wo-steht-der-orden-nach-der-ara-wolf