Die schöpferische Kraft Gottes

Gedanken zum Pfingstsonntag

„Wir haben ein Problem mit Gott, weil er uns nicht mehr imponiert.“ Trifft der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk mit dieser Aussage nicht den heutigen Zeitgeist? Wem imponiert denn noch, wenn heute in den Kirchen Jesu Wort vorgelesen wird: „Empfangt den Heiligen Geist!“?

Darf ich Sie fragen: Wann waren Sie das letzte Mal von etwas im Innersten ergriffen? Spüren Sie nicht manchmal eine Inspiration, eine schöpferische Kraft, die Sie selbst überrascht?

Der Schlüssel für die schöpferische Kraft ist die Liebe. Die französische Mystikerin Madeleine Delbrel drückt es so aus: „Es ist der Heilige Geist, der uns lebendig macht für die Liebe, der uns handeln lässt durch die Liebe und unser Leben fruchtbar macht aus Liebe.“

Höchste Zeit, Pfingsten neu zu verstehen! Dann kann uns auch Gott wieder imponieren.

Und so möchte ich heute am Pfingstsonntag beten: „Heiliger Geist, gib mir den Glauben, der mich vor Verzweiflung rettet; die Hoffnung, die mich befreit von Furcht und Verzagtheit; und die Liebe, die alles Böse und Bittere vertreibt.“

  1. Bernhard Eckerstorfer, ORF 2016