Durch die Heilige Pforte

Gedanken zum 6. Sonntag der Osterzeit

Heute bin ich in Adlwang, einem kleinen Ort bei Bad Hall mit einer bedeutenden Wallfahrtskirche. Dort ist in diesem Jahr der Barmherzigkeit die Heilige Pforte für das Traunviertel. Ich freue mich schon darauf, mit der Pfarre Adlwang und den Pilgern die Sonntagsgottesdienste zu feiern und das Sakrament der Versöhnung anzubieten.

Das erinnert mich an den Besuch in Rom vor drei Monaten. Wir waren vier Ordensleute aus Österreich, die Papst Franziskus am Ende des Jahres der Orden begegnen durften. Dieser Mann, der selbst so viel Liebe ausstrahlt, hat ja das Heilige Jahr ausgerufen, damit die Kernbotschaft des Christentums deutlicher wird: Gott wendet sich uns bedingungslos zu!

So bin ich auch durch die Heilige Pforte im Petersdom gegangen. Am Eingang steht in vielen Sprachen ein Satz unseres Papstes: „Wenn du die Heilige Pforte durchschreitest, erinnere dich, dass Christus die Pforte ist, die dich in die Arme der Barmherzigkeit Gottes führt.“ Vor mir waren Ordensschwestern der Mutter Teresa, die sich vor der Heiligen Pforte niederknieten und sie küssten. Im Petersdom ging ich dann beichten und betete für den Papst. Am Tag zuvor hatte er uns österreichische Ordensleute ja um das Gebet ersucht.

Egal, ob in Rom oder bei uns in Oberösterreich, das Heilige Jahr ist eine riesige Chance, Gottes Barmherzigkeit leibhaftig zu erfahren. So pilgere ich heute nach Adlwang – und wünsche Ihnen einen guten Sonntag, wo immer Sie in ihrem Leben unterwegs sind.

P. Bernhard Eckerstorfer, ORF 2016