Schlüsselübergabe in Subiaco

Priorin Hanna und Abt Ambros zeigen sich dankbar für 83 Jahre Subiaco und erfreut, dass es ein geistliches Haus mit benediktinischer Prägung bleibt.

Foto Schlüsselübergabe Subiaco 1Im Rahmen eines Dankgottesdienstes verabschiedeten sich die Steinerkirchner Benediktinerinnen von Subiaco, ihrem ursprünglichen Mutterhaus, das sie über 80 Jahre als Exerzitienhaus geleitet hatten. Zur Feier in der großen Kapelle von Subiaco in Kremsmünster kamen viele Schwestern und Patres der Konvente von Steinerkirchen und Kremsmünster sowie ehemalige Angestellte und Nachbarn des Hauses.
„Wenngleich auch jetzt Wehmut mitschwingt, so steht für mich – und ich denke für uns als Gemeinschaft – heute die Dankbarkeit im Mittelpunkt“, sagte Priorin Dr. Hanna Jurman OSB. Unzählige Gäste hätten im Exerzitienhaus in den vergangenen acht Jahrzehnten Zeiten verbracht, die „wirklich zur Quelle des Heils geworden sind, zu menschlich-geistlichen Impulsen für ihre Lebensgestaltung im Alltag“. Die Oberin der Steinerkirchner Benediktinerinnen überreichte jeder der fünf Schwestern, die bis zuletzt das Exerzitienhaus führten, eine Amaryllis und hob das Engagement so vieler Schwestern hervor, die „sich aus ganzem Herzen und mit allen Kräften für das Apostolat in Subiaco eingesetzt“ hätten.
Priorin Hanna Jurman blickte auch in die Zukunft, war es doch das ersehnte Anliegen von ihr und ihrer Gemeinschaft, das Haus als geistliches Zentrum erhalten und in andere Hände geben zu können: „Meine und unsere Dankbarkeit schließt heute ebenso die Zukunft von Subiaco ein. Nach unserem jahrelangen Suchprozess und allem, was ich in diesem Zusammenhang erlebt und gehört habe, ist mir bewusst, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass wir nicht irgendeiner alternativen Lösung zustimmen mussten, sondern dass sich die Perspektive eröffnet hat, dass Subiaco ein geistliches Haus bleiben kann, in einer neuen Weise.“ Wichtig sei nicht, wer den Geist von Subiaco weiter trage, sondern dass auch in Hinkunft „Menschen an diesem Ort die befreiende und froh machende Botschaft der barmherzigen Liebe Gottes mit den Ohren hören und im Herzen erahnen können“. Sie wünsche der neue Gruppe um Sr. M. Elischa Eckerstorfer „den Mut, sich im Vertrauen auf Gottes Geist auf neue Wege einzulassen, und damit unserem für uns so kostbaren Gründungshaus eine neue Chance für eine geistliche Zukunft zu geben.“
Zu Jahresbeginn ist die neu gegründete benediktinische Gemeinschaft Maranatha, die dem Bischof von Linz untersteht, eingezogen. Ab März gibt es die Möglichkeit, an den regelmäßigen Gebeten teilzunehmen. Außerdem können Frauen einige Tage im Haus verbringen. Das Haus soll einen Rückzugsraum bieten, ein Ort der Stille sein, wo Menschen sich selbst und Gott näher kommen können. Besonders sollen junge Leute angesprochen werden. „Subiaco“ hat seinen Namen vom mittelitalienischen Ort, an dem sich der Heilige Benedikt im 6. Jahrhundert in einer Höhle zurückgezogen hat.
Das Benediktinerstift Kremsmünster hat die Immobilie Subiaco, zehn Gehminuten vom Stift entfernt, erworben und stellt das Haus dem Verein Subiaco zur Verfügung. Abt Ambros Ebhart OSB erinnerte bei der symbolischen Schlüsselübergabe, dass der Kremsmünsterer Pater Norbert Schachinger (1897-1974) nicht weit vom Stift entfernt ein „zweites Subiaco“ errichten wollte „als Ort des Gebetes und als Schule für den Herrn – wie er selber schreibt: um als brauchbares Werkzeug für Gott geformt zu werden.“ Abt Ambros zitierte den Wunsch von P. Norbert: „Möge die Quelle des Heiles, die mit dem ersten Exerzitienkurs am 11. Oktober 1932 hier entsprungen ist, reichlich weitersprudeln zu Ehre Gottes und zum Heil vieler.“
Das Wort des Apostels Paulus, er habe gepflanzt, Apollos begossen, Gott aber ließ wachsen (1 Kor 3,6), formulierte Abt Ambros in dieser Weise um: „P. Norbert hat gepflanzt, die Schwestern von Steinerkirchen haben begossen, Gott aber ließ wachsen.“ Anspielend darauf, dass das Stift sich erst spät entschlossen hat, Subiaco zu kaufen, sagte Abt Ambros: „Die Tradition von Subiaco war und ist die Glaubensvertiefung und die Glaubensweitergabe auf vielfältige Weise. Euer ersehntes Ziel, liebe Schwestern, war es, dass dieses Haus ein geistliches Haus bleibt. Eure Großherzigkeit, euer Entgegenkommen hat trotz des Zauderns von uns, vom Stift, etwas Gutes daraus werden lassen. So danken wir euch für euer Gebet und euer geduldiges Warten – und auch wir wollen selbstverständlich ermöglichen, dass Subiaco als geistliches Haus mit benediktinischer Prägung weiterbestehen kann.“
Bericht: P. Bernhard Eckerstorfer; Bild: Sr. Marlene Zöttl

subiaco

…für größere geistliche Gruppen … HAUS SUBIACO
Über 80 Jahre haben die Benediktinerinnen von Steinerkirchen in Kremsmünster ein Exerzitienhaus betrieben. Mit Jänner 2016 wurde dieses geschlossen und die Schwestern kehrten ins Mutterhaus zurück. Das Haus selbst wurde von unserem Kloster gekauft und der jungen “Geistlichen Gemeinschaft Maranatha” unter der Leitung von Sr. Maria Elischa Silvia Eckerstorfer übergeben. Weiterhin wird es möglich sein, dort “Tage der Stille” oder ähnliches zu verbringen. HIER GEHT’S ZUR HOMEPAGE DES HAUSES SUBIACO