Der Nikolaus als adventliche Figur

Gedanken zum 2. Adventsonntag

Erwarten Sie eigentlich etwas? Oder haben Sie ohnehin schon alles. Advent ist die Zeit der Erwartung. Warten auf etwas, was wir uns selbst nicht geben können. Der zweite Adventsonntag fällt heuer mit dem Nikolaustag zusammen. Der Nikolaus ist schon gestern Abend zu vielen Familien gekommen, zu anderen kommt er noch. Ein schöner Brauch, der uns allen etwas zu sagen hätte.

„Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt“, verkündet im heutigen Evangelium Johannes der Täufer. Der heilige Nikolaus machte das in seiner Zeit begreifbar. Er war Bischof von Myra in der Nähe von Antalya, in der heutigen südlichen Türkei gelegen. In alten Aufzeichnungen lesen wir, dass er beim Konzil von Nizäa im Jahre 325 zu denen gehörte, die die Spuren der damaligen Christenverfolgung an ihrem Leib trugen.

Nicht nur sein treues Bekenntnis zu Christus machte Eindruck auf seine Zeitgenossen. Nikolaus hat tatkräftig anderen geholfen, davon zeugen die vielen Legenden. Sie machen begreifbar: Wenn sich jemand Gott überlässt, wird er zum leuchtenden Zeichen seiner Gegenwart. Und so ist es gut, wenn der Nikolaus auch heute durch die Straßen zieht, Kinder beschenkt, vielleicht auch ein wenig tadelt, und uns damit vor Augen führt: Das Heil kommt von Gott!

P. Bernhard Eckerstorfer, ORF 2015