Zeitliche Profess von Frater Fabian

„Bist du bereit, für drei Jahre Beständigkeit, klösterlichen Lebenswandel und Gehorsam zu geloben?“ Auf diese Frage von Abt Ambros antwortete Frater Fabian Drack mit sichtbarer und hörbarer Überzeugung: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.“ Zu den zeitlichen Gelübden im Rahmen der Vesper am 18. Oktober waren auch die Mitbrüder aus den Pfarren gekommen sowie die Familie und einige Freunde anwesend.

Zeitliche Profess von Frater Fabian Drack, Stift Kremsmünster Nach einem Jahr im Benediktinerkloster Kremsmünster, dem sogenannten „Noviziat“, legte nun Frater Fabian Christoph Drack das zeitliche Gelübte ab. Er verspricht damit, für weitere drei Jahre Ordensmitglied zu bleiben. Die Feier war am Sonntag, 18. Oktober 2015 um 18 Uhr in der Marienkapelle vom Stift Kremsmünster. Abt Ambros Ebhart begrüßte alle Mönche und die Familienmitglieder des Novizen. Pater Christoph Eisl OSB, Pfarrer der Heimatgemeinde Grünau in Almtal, hielt die Predigt. Dann folgte die Ablegung der zeitlichen Profess mit der Befragung des Novizen durch Abt Ambros Ebhart. Novizenbegleiter Pater Bernhard Eckerstorfer übergab das Pofesszeichen an Frater Fabian Drack mit den Worten: „Empfange die Kukulle“, einen Überwurf mit Kapuze. Und er sagte weiter: „Sie ist ein Zeichen der Treue zu Gott und der Gemeinschaft mit den Brüdern“. Spruch auf der Einladung zur Feier von Frater Fabian Drack: "Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es!" (Frère Roger, Taizé). Bild: v.l.n.r. Pater Bernhard Eckerstorfer, Frater Fabian Drack, Abt Ambros Ebhart Foto: Jack Haijes

Der 25-jährige Frater Fabian stammt aus Grünau im Almtal. Sein Heimatpfarrer, der Kremsmünsterer Benediktiner P. Christoph Eisl, hielt die Professpredigt und legte einzelne Aspekte der benediktinischen Gelübde aus. „Armut“ bedeute für die Mönche nicht, in Lumpen daherzulaufen. Sie sei vielmehr ablesbar in der Bereitschaft loszulassen. „Für mich war z.B. der Abschied aus Thalheim bei Wels sehr schwer. Als Kaplan hatte ich dort gute Freunde gefunden und wertvolle Kontakte geknüpft, nun sollte ich nach fünf Jahre in Mariazell wirken.“ Gerade in der Bereitschaft, etwas hinter sich zu lassen, um neu anzufangen, liege ein Segen. So mache der Gehorsam das Leben des Benediktiners bunt. Indem er sich der Gemeinschaft und den Entscheidungen des Abtes überlässt, gewinne er eine neue Freiheit. „Ich kann von mir selbst sagen, dass oft auch schwierige Schritte mich zu neuen Freiheiten geführt haben. Ich konnte vieles abwerfen, was ich von mir her festgehalten hätte, und neue Chancen gewinnen, durch die etwas in Entfaltung kam, was ich selbst nicht gesucht hätte.“ P. Christoph wünschte dem neuen Professen, sich in diesem Sinne auf Armut und Gehorsam einzulassen und sich so Gott zu überlassen.

Den klösterlichen Lebenswandel umschrieb P. Christoph mit „sich einlassen“. Mit humorvollen Worten charakterisierte er den Konvent von Kremsmünster als „Männerbiotop“ – bunt, originell, auch eigenartig. Da gäbe es die verschiedenen Charaktere mit ihren Eigenheiten. In einer solchen Kommunität zu leben, sei Herausforderung und Bereicherung. An diese konkrete Gemeinschaft übergebe sich Frater Fabian in der Profess.

Als besonderes Zeichen der Bindung an die Klostergemeinschaft von Kremsmünster nach dem einjährigen Noviziat segnet Abt Ambros den schwarze Gewand, das die Benediktiner bei der Vesper und bei feierlichen Anlässen tragen, mit den Worten: „Unsere Väter haben das Mönchsgewand als Zeichen ihrer klösterlichen Berufung getragen und an sie weiter gegeben. Segne, Herr, diese Kukulle, mit der unser Bruder bekleidet werden soll.“

Während P. Bernhard, der die jungen Mitbrüder bis zur ewigen Profess bzw. zur Priesterweihe begleitet, Frater Fabian das weit geschnittene Mönchsgewand über den Habit anzog, sagte der Abt: „Empfange die Kukulle. Sie ist ein Zeichen der Treue zu Gott und der Gemeinschaft mit den Brüdern.“

Frater Fabian wird in diesem Arbeitsjahr seine Studien wieder aufnehmen und im Kloster seine Diplomarbeiten in Theologie und Geschichte für die Universität Salzburg verfassen. Daneben wird er in der Pfarre Viechtwang mitarbeiten. Die Profess sieht er offensichtlich nicht als Endpunkt einer Entwicklung, sondern als neuen Anfang, sich in die Nachfolge Christi zu begeben. Auf dem von ihm gestalteten Feierheft schrieb er einen Satz von Frère Roger Schütz, dem Gründer der ökumenischen Klostergemeinschaft von Taizé: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es!“

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