Was werde ich einmal mitnehmen?

Ein Impuls zum Evangelium vom 7. Sonntag der Osterzeit, 17. Mai 2015

Evangelium Johannes 17,6a. 11b-19
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt. Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Koffer_Schnee_Banderole_300-300x233Ich packe in meinen Koffer
Ich hab dieses Spiel als Kind gerne gespielt und finde es immer noch beeindruckend, was alles in einen Koffer passt. „Ich packe in meinen Koffer einen Traktor“. Koffer-packen, das tun wir, wenn wir uns auf eine Reise vorbereiten, wenn wir Abschied nehmen, wenn wir Neues wagen. Je länger die Reise dauert umso besser plane ich, was ich alles brauchen werde. Warum machen wir das eigentlich nicht im Hinblick auf die letzte Reise? Jesus bereitet seine Jünger in den Abschiedsreden vor auf die Zeit, wenn er nicht mehr sicht- und greifbar da ist. Was packt er ihnen in den Koffer? Einheit, Freude, Gottes Wort.
„Ein Koffer für die letzte Reise – einmal Jenseits und zurück“ war der Titel einer Ausstellung vergangenes Jahr in Wien. Dabei wurden Menschen eingeladen, einen Koffer zu packen. Was nimmt man mit auf diesen Weg, von dem wir ja wissen, dass man eigentlich nichts mitnehmen kann? Ja, was packen Sie in Ihren Koffer? Für mich sind es genau die Begriffe, die auch Jesus beim gemeinsamen Koffer-packen mit den Jüngern im heutigen Evangelium verwendet. Einheit – die vielen Menschen, die mir auf so vielfältige Weise freundschaftlich verbunden sind. Freude – die Momente im Leben, wo ich rundherum glücklich bin. Gottes Wort – Seine Zusage, die mich trägt, dass ich sein geliebtes Kind bin.
Letztlich gilt: das Wesentliche wird uns immer geschenkt und wir packen ein Leben lang an unserem Koffer! Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kreativität und Liebe beim Kofferpacken.
P. Franz Ackerl, in: Neues Volksblatt, 16. Mai 2015

Bild: Barbara Lang, http://teamperspektiven.at/letztereise/presse/pressematerial/