Frucht bringen, aber wie?

Gedanken zum 5. Sonntag der Osterzeit – 3. Mai 2015

Evangelium: Johannes 15,1-8
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Impuls von P. Franz
„Frucht bringen“ – das klingt schon wieder so nach Leistung. Was ist also von uns als Christen verlangt? Ich denke, wir müssen uns immer neu vor Augen halten, dass wir als Christen zuerst „sind“ und dann erst „tun“ müssen. „Bleibt in mir“ fordert Jesus auf. Wir dürfen uns bewusst machen, dass wir grundsätzlich einmal zu Jesus gehören. Dafür verwendet das Evangelium immer sehr sprechende Bilder. Letzte Woche das Bild vom Hirten, heute das Bild vom Weinstock. Nicht IMG_1631aufgrund unserer Leistung gehören wir zu Gott, sondern wir sind Teil von ihm. Als „Zweige“ können wir aber auch verdorren, das heißt, die Lebensverbindung mit Ihm verlieren. So ist eben gefordert, dass wir uns immer neu entscheiden für die gelebte, lebendige Beziehung mit Gott. Genauso wie ich meine Liebe zu einem Menschen ausdrücke, indem ich mir Zeit nehme für diese Beziehung, soll ich mir auch Zeit nehmen für Gott und mich. Und da gibt es viele Möglichkeiten …ein bewusstes Abendgebet, mich einfach mal in die Sonne setzen, der Kirchgang, das Lesen der Bibel, … Als Christen müssen wir das nicht tun, weil es uns jemand befiehlt, sondern wir können diese Angebote unseres Glaubens annehmen, um in Verbindung mit Gott zu bleiben. Die Frucht, die wir dann automatisch bringen ist, dass wir ein erfülltes, geglücktes Leben führen, und das wird ausstrahlen. Wein ist Sinnbild für „Freude“ und diese dürfen wir als Christen wirklich haben, weil Gott uns immer mit seiner Liebe zuvor kommt, vor jeder Leistung.