Ganz der Papa

Gedanken zur Lesung von Weihnachten – Hebräer 1,1-6 – von unserem Novizen fr. Fabian Drack

weihnachten„Ganz der Papa“ heißt es im Brief an die Hebräer sinngemäß. Und diesen Ausdruck verwenden wir auch gerne für eine augenfällige Ähnlichkeit eines Kindes mit einem der beiden Elternteile. Auch bei Jesus lässt sich diese Aussage tätigen.
Wer ist Jesus? Ganz Gott, oder ganz Mensch? Ist er nur einer der Propheten, ist DER Prophet oder etwas anderes – etwas viel Wunderbareres? Er ist vor allen Dingen eines: ganz der Papa UND ganz die Mama.
Das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel legte es im 4. Jahrhundert bereits fest, was uns auch im Hebräerbrief kundgetan wird: „gezeugt nicht geschaffen.“
Daher ist der Vater ganz in ihm verwirklicht, so wie jedem Menschen durch den Akt der Zeugung Vater und Mutter verwirklicht sind – und wird dennoch eine eigene Person, mit ganz eigenen Merkmalen bilden.
Jesus ist nicht gerufen – wie etwa die Propheten – Gottes Wort zu verkünden, sondern er ist viel mehr. Er ist dazu geboren, damit Gott selber Mensch wird, damit die Gedanken des Vaters durch im Sohn zu den Menschen gebracht werden.
Weihnachten stellt uns dieses Geheimnis vor Augen: nicht in der Berufung eines Menschen, sondern in der Geburt eines Kindes – klein und unscheinbar und doch in der ganzen Göttlichkeit seines Vaters und der Menschlichkeit seiner Mutter.

Zum Bild
Oft werden wir gefragt, wie man im Kloster Weihnachten feiert …das Bild vermittelt einen Eindruck davon. Unsere Novizen frater Philipp und frater Fabian haben am 24. Dez. den Baum geschmückt. Um 18 Uhr ist dann am Heiligen Abend das feierliche Abendgebet. Anschließend essen wir ganz tradtionell Bratwürstel. Nach einer kurzen Pause ist um 19:30 Uhr Beginn der Kloster-Weihnachtsfeier in der Krankenabteilung, dann Gedenken am Klosterfriedhof und schließlich Christbaumfeier im kleinen Refektorium (=kleiner Speisesaal), wo der Christbaum steht und auch das Foto gemacht wurde. Dabei hören wir die Ankündigung der Geburt Christi und das Weihnachtsevangelium, singen ein paar Weihnachtslieder, Abt und Prior halten kurze Ansprachen, P. Altman und fr. Fabian haben ein paar Instrumentalstücke zum Besten gegeben und schließlich bekommt jeder ein kleines Packerl vom Abt. Dann fahren die meisten so ab 21 Uhr ohnehin schon wieder in die Pfarrgemeinden zur Mette. So feiern wir im Kloster den Heiligen Abend sehr traditionell und stimmungsvoll.