Dämmerungseinbrecher

Ein Impuls von P. Franz zum Evangelium des ersten Adventsonntags

Markus 13,33-37
In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

 

dämmerungDämmerungseinbrecher
Diese Menschen kennen wir aus den Medien …und gerade jetzt haben sie wieder Saison. Und wir rüsten uns gegen sie mit Sicherheitsschlössern, Bewegungsmeldern, Alarmanlagen, Hunden, … wir sind vorsichtig-wachsam, weil wir Angst vor Überraschungen haben. Jesus spricht im Evangelium von der Wachsamkeit und davon, dass wir nicht wissen, wann die Zeit da ist. Da geht es auch um eine Überraschung, aber keine so unliebsame, wie sie Einbrecher bereiten. Dennoch sollen wir uns vorsehen und bereit sein. Aber nicht im Sinne einer nervösen-ängstlichen Wachsamkeit, wie sie uns vielleicht befällt, wenn wir von solchen Kriminalfällen hören. In liebevoll-aufmerksamer Weise dürfen wir das Kommen Gottes erwarten. Und wenn ungebetene Gäste leider oft die Wohnungen ihrer Opfer auf den Kopf stellen, dann besteht da schon auch eine Parallele zum gebetenen Gast Jesus. Er will uns und unser Leben auch auf den Kopf stellen, aber zum Positiven hin. Wenn Gott-Jesus kommt, dann ist da nicht Verwüstung sondern Verwandlung. Gerade darauf wollen uns die kommenden Wochen des Advents einstimmen. Gott wird ganz sicher kommen und wenn wir diese Zeit der Vorbereitung gut nützen, dann wird sich auch was verändern in uns, dann braucht Gott in unser Leben nicht durch die Hintertür oder den Keller heimlich einsteigen, wie es Diebe tun, sondern dann öffnen wir IHM voll Freude die Tür, weil er uns erfüllen und nichts nehmen will. Lassen wir uns überraschen – hoffentlich nicht von denen die einbrechen, sondern von dem, der über uns hereinbricht, der das Licht ist – Christus, der kommt.

Impuls veröffentlicht im Neuen Volksblatt am 29.11.2014