„Bringt euch ein!“

Am Dienstag, dem 4. November 2014, erwarteten wir hohen Besuch – unser Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer stand den Schülerinnen und Schülern der Oberstufrenklassen unseres Gymnasiums Rede und Antwort. Ein Rückblick von Franziska Kottnig.

pühringer2Kurz nach 8:00 Uhr wurde der spannende Vormittag im Wintersaal mit Grußworten durch Herrn Direktor Wolfgang Leberbauer und P. Bernhard eröffnet: Unser Herr Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer hatte sich die Zeit genommen, um mit uns in einen direkten Dialog zu treten. Die Aufregung war groß, denn viele trafen unseren Landeshauptmann an diesem Tag zum ersten Mal persönlich. Doch bereits nach den ersten Worten schwand unsere anfängliche Aufregung, da sich Herr Pühringer sofort als sympathisch erwies.
Er meinte, dass es ihm wichtig sei, dass die Jugend das Interesse an der Politik nicht verliert, weil es die Jugend ist, die die Zukunft entscheidet, und dies auch der Grund dafür sei, weshalb er hier sei. Er setzte mit einem kurzen Impulsreferat fort, das dazu dienen sollte, uns betreffend der aktuellen Themen auf den neuesten Stand zu bringen. Wir sprachen dabei nicht nur über die steigende Arbeitslosigkeit oder über Budget und Finanzen, sondern vor allem über ein Thema, das uns Schülerinnen und Schüler direkt betrifft: die Bildungspolitik. Danach schloss Herr Pühringer auch schon sein Referat und eröffnete gleichzeitig den erwarteten Dialog. Nach einem kurzen anfänglichen Zögern schossen schon bald einige Hände in die Höhe. Interessante Fragen wurden pühringer3gestellt, sodass sich eine angeregte Diskussion einstellte und die Zeit zu knapp zu werden schien. Wir sprachen aber nicht nur über große Themen der Bildungspolitik wie die Zentralmatura oder die Einführung einer modularen Oberstufe, sondern auch über viel Persönliches aus dem Leben unseres Landeshauptmannes. Vor allem hier sammelte Herr Pühringer viele Sympathiepunkte, weil er Menschlichkeit bewies: Er erzählte uns zum Beispiel davon, dass er selbst einmal eine Klasse wiederholt habe und erklärte, wie schwierig die Vereinbarung von Beruf und Privatleben in seinem Amt sei.
Was seinen Beruf betrifft, erzählte uns der Landeshauptmann, dass er bereits viele Chancen geboten bekommen, die Möglichkeit, nach Wien zu gehen, aber nie angenommen habe. Er fühle sich in der Landespolitik einfach wohler. Die Nähe zu den Menschen mache es aus, die jedoch gleichzeitig viele Schattenseiten berge. Denn die Landespolitiker „sans, die si die Watsch’n vo de Leid ois erster obhoin, wonn’s in Wien an Bledsinn moch’n!“, so Pühringer.
Die schönsten Momente, die Herr Pühringer bei der Ausübung seines Berufs erlebt, seien jenen, in denen große oder auch kleine Projekt, die schwierig durchzusetzen waren, letztendlich verwirklicht werden. Besondere Momente sind es für Josef Pühringer aber pühringer4auch, wenn Menschen, die verzweifelt in seine Sprechstunde kommen, auch nur mit einem Funken Hoffnung mehr sein Büro wieder verlassen. Auf die Frage, wie für ihn ein durchschnittlicher Tag aussehe, konnte uns Herr Pürhinger nur teilweise antworten, denn im Alltag eines Landeshauptmannes gäbe es keinen Alltag.

Leider wurde die Zeit tatsächlich zu knapp und wir mussten bereits gegen 9:45 Uhr die spannende Unterhaltung beenden. Nach letzten appellierenden Worten von Herrn Pühringer, dass wir interessiert und engagiert bleiben sollen, schlossen wir den Vormittag mit kurzen Dankesworten und einer Gratulation zum Geburtstag – denn nur eine Woche zuvor feierte der Landeshauptmann von Oberösterreich seinen 65. Geburtstag.
Wir, alle Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler, waren uns einig: das war ein gelungener Vormittag! Wir hatten viel gelernt und erkannt, dass Politik wichtig ist und nicht alle Politiker egoistische Schwätzer, sondern auch nur Menschen sind. Dass Herr Pühringer nicht nur für sich als Person, sondern vor allem auch für die Politik insgesamt damit viele Sympathiepunkte gesammelt hat, ist sehr wichtig, denn damit hat er der sich unter den Jugendlichen breit machenden Gleichgültigkeit gegenüber der Politik direkt entgegen gewirkt.