Altarweihe, Priesterweihe, Jubiläum …Feste in Barreiras

Siegfried und P. David waren zum Diözesanjubiläum und zur Altarweihe der Kirche Hl. Benedikt des Memorials für unseren verstorbenen Mitbruder Bischof Richard in Barreiras, Brasilien. Tauchen Sie ein in diese „fremde“ Welt und teilen Sie die Eindürcke von P. Siegfried.

Lohnt sich die Reise nach Brasilien für nur eine Woche? Eigentlich nicht, denn das ist für Brasilien viel zu kurz. Dennoch brachen wir, P. David und P. Siegfried, am 18. August nach Brasilien auf, um an den 35-Jahr-Feierlichkeiten der Diözese Barreiras als Abordnung des Klosters teilzunehmen. Mit im Gepäck Briefe, Spendengeld und eine Statue des Hl. Benedikt. Natürlich „mussten“ wir uns zuerst einmal in der Hauptstadt Salvador zur Erholung einstimmen: Herrliche Altstadt, Tolle Strände, … wir wurden im Benediktinerkloster in Salvador sehr gastlich aufgenommen.

In Barreiras wurden wir im Bildungshaus Sao Bento einquartiert: einfache Zimmer, aber mit eigener Dusche und Moskitonetz über dem Bett. Zuerst ging es einmal zum Bischof, der uns zum Mittagessen einlud. Generalvikar Severin Lederhilger (Diözese Linz) war mittlerweile auch in Barreiras angelangt. Am Nachmittag fuhren wir zur „Chacara“ der Diözese, ein kleines Stück Land am Ufer eines Flusses, das dem Rückzug und der Erholung der Mitarbeiter der Diözese dient. Am Abend nahmen wir teil am „Triduum“, eine dreitägige Gebets-Vorbereitung auf die Feierlichkeiten. In der vollen Kathedrale war ein sehr lebendig gestalteter Vigil-Gottesdienst, anschließend auf dem Vorplatz Folklore-Programm und Agape.

Den Freitag verbrachten wir mit Christian Mayr, Diözesanpriester von Linz, der in Mimoso Pfarrer ist und einem „Bauern“ seiner Pfarre, der uns in die Geheimnisse der „Bauern“ in Mimoso einführte und uns einige Naturschönheiten zeigte: Wasserfall, herrliche Berglandschaft am Rande der Serra und eine warme Quelle. Die schier unendliche Weite des Westens Bahias ist seit ca. 30 Jahren erst landwirtschaftlich intensiv genutzt und wurde zu einem Zentrum für Agro-Industrie. Sehr interessant …

Am Samstag zeigte uns P. David seine ehemalige Pfarre Sao Desidério, auch ein herrliches Ufer eines Flusses nahe Sitio zum Baden. Abends war es dann so weit. Um 18.00 begann die dreistündige Feier der Priesterweihe. Vier Priester wurden geweiht. Neben Bischof Josafá von Barreiras waren noch zwei andere Bischöfe anwesend, ehemalige Diözesanpriester von Barreiras, die in den letzten Jahren zu Bischöfen in anderen Diözesen geweiht wurden. Ca. 50 Priester konzelebrierten auf dem Vorplatz der Kathedrale, der sehr voll von mitfeiernden Gläubigen war. Der gesamte Gottesdienst wurde im Rundfunk übertragen. Anschließend wurde in einer riesigen Festhalle zur Feier geladen.

Am Sonntag fand die Altarweihe der neu errichteten Kirche Sao Bento (Hl. Benedikt) statt, die zu dem noch im Rohbau befindlichen Memorial für Bischof Richard gehört. In jeden neu geweihten Altar müssen Reliquien kommen, in diesem Fall ein Reliquiar von Irma Dulce, einer lateinamerikanischen Heiligen, sowie ein Behälter mit Erde vom Grab von Bischof Richard aus Kremsmünster. Gegen Ende der Feier überreichten wir die Statue des Hl. Benedikt, die wir aus dem Stift mitgebracht hatten und verlasen die Grußbotschaft von Abt Ambros.
Am Nachmittag trafen wir dann auf alte Bekannte: die Musiker, die vor 10 Jahren auf Einladung der Katholischen Jugend (j@m) im Rahmen eines Brasilien- und Musik-Projektes in Kremsmünster waren, empfingen uns herzlich. Mit ihnen durften wir noch die Abendmesse feiern (übervolle große Pfarrkirche, sehr viele junge Menschen in der Kirche, lebendige Gestaltung) – P. David war Hauptzelebrant.

Am Montag mussten wir leider wieder Abschied nehmen. Um 13.30 hoben wir vom Flughafen Barreiras ab nach Salvador. Von dort flogen wir über Madrid nach München weiter, wo wir am Dienstag um 17.30 landeten.
Es bleiben von der Reise sehr viele wunderschöne Eindrücke zurück: vor allem die Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden, die tiefe Verehrung, die Bischof Richard entgegengebracht wird und die fast schon die Dimension der Verehrung eines Heiligen annimmt, die lebendige Gestaltung der Gottesdienste, die große Zahl der mitfeiernden Gläubigen, die gute Entwicklung in den letzten Jahrzehnten, das riesige Land mit der herrlichen Natur, … Auch von der Kirche in Brasilien könnten wir einiges lernen, genießt doch die Kirche in Brasilien großes Vertrauen von Seiten der Bevölkerung. Faszinierend ist es auch, zu sehen wir für den „Dízimo“, den freiwilligen Kirchenbeitrag geworben wird, der in den Pfarren eingehoben wird und der als notwendige geistliche Übung verkündet wird. Ins Staunen versetzte mich die hohe liturgische und theologische Kompetenz sehr vieler Mitarbeiter und Kirchenbesucher. Richtig schön ist die Herzlichkeit, mit der die Priester der Diözese miteinander und mit den Menschen umgehen.

Bilder:

  • Noch ist das Memorial (rechts) eine Baustelle, die Kirche wurde aber eingeweiht, innen wurde sie gerade fertig.
  • Bischof Josafa setzt die Reliquien in den Altar der Kirche ein: hier: Erde von Bischof Richards Grab.
  • Bischof Josafa salbt den Altar, im Hintergrund der Generalvikar der Diözese Linz, Severin Lederhilger.
  • zahlreiche Geistliche nehmen an der Altarweihe teil, u.a. P. David und P. Siegfried
  • David überbringt als Geschenk des Stiftes eine Statue des Hl. Benedikt. im Hintergrund: Bischof Dom Eraldo Bispo da Silva, Bischof von Patos, Paraíba, ein ehemaliger Priester der Diözese Barreiras.
  • Die 4 Diakone, die auf dem Platz vor der Kathedrale am Vorabend zu Priestern geweiht wurden.
  • Der Platz vor der Kathedrale war übervoll von Gläubigen.
  • Mit bei der Weihe waren neben ca. 50 Priestern auch die beiden Bischöfe, die Diözesanpriester von Barreiras waren: Bischof Eraldo und Bischof Paulo Romeo.

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