Wer ist dieser Jesus?

Gedanken zum 5. Fastensonntag

klemmchristuskopfWie stellen Sie sich eigentlich Jesus vor? Er war jedenfalls von freudigen wie schmerzhaften Erfahrungen nicht unberührt. Im heutigen Sonntagsevangelium begegnen wir einem sehr menschlichen Jesus: Sein Freund Lazarus war gestorben, und er geht hin zum Grab. „Da weinte Jesus.“ Die Umherstehenden sagten: „Seht, wie lieb er ihn hatte.“
Jesus ist aber auch jener Messias, der den Tod überwindet. Er holt Lazarus aus dem Grab heraus. Eine Vorausschau auf das ewige Leben, das Gott geben möchte. Vor dem Grab eines lieben Menschen vernimmt man Jesu Worte anders als sonst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Es war schon damals für die Freunde Jesu nicht leicht, davon wirklich überzeugt zu sein. Erst durch die Auferstehung Jesu wurde für sie die Verheißung zur Gewissheit. Und so konnte Johannes überzeugt aus seiner Christengemeinde das Evangelium vom Leben, Sterben und der Auferstehung Jesu Christi schreiben.
In der heutigen Erzählung sagt Jesus zu Maria von Bethanien, der Schwester des Lazarus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Er fragt sie: „Glaubst du das?“ Und Jesus fragt damit auch uns, zwei Wochen vor Ostern, provokant: „Glaubst du eigentlich an die Auferstehung?“
P. Bernhard Eckerstorfer OSBm verfasst für Radio Oberösterreich, 6. April 2014
Bild: Ausschnitt aus dem Werk „Christuskopf“ von Matthias Klemm, 1960, in: Siegfreid Gruber für Religionsppädagogisches Seminar der Diözese Regensburg, Christusbilder, 1997, Nr. 11)