Schmerzhafter Freitag

Am Freitag, 11. April 2014 begehen wir wieder den Schmerzhaften Freitag mit einer Gedenkmesse an die Aufhebung des Stiftes im Jahr 1941. Abt Ambros zelebriert den Gottesdienst um 07:00 Uhr in der Kalvarienbergkirche

schmerzhafter freitag„Das Stift wurde durch eine Verfügung der Gestapo vom 3. April 1941 beschlagnahmt. Am Freitag, den 4. April 1941, wurde dem Abt die Verfügung mitgeteilt, dass er vom Gau Oberdonau verwiesen und das Stift beschlagnahmt sei. In der Haustradition der Mönchsgemeinschaft benannte man diesen Tag (Anm.: der Tag wird nicht am 4. April begangen, sondern ist immer der Freitag vor dem Palmsonntag) daher als den schmerzhaften Freitag.
(Aus: Rudolf Hundstorfer: Das Stift unterm Hakenkreuz. Sonderabdruck aus dem 104. Jahresbericht des Öffentl. Gymnasiums der Benediktiner zu Kremsmünster, 1961, S. 40f)
Abt Oddo berichtet in der äußerst interessanten Publikation „Kremsmünster um 1945“:
„Ich war daheim, meine Mutter war geschockt, das sehe ich heute noch: ‚Sie haben das Stift aufgehoben!‘ (…) Nachdem die Nazis gekommen sind, kamen alle Mitglieder des Konvents weg; außer die in der Seelsorge. (…) Auch die Mönche haben von den Lebensmittelkarten gelebt; alles war enteignet. (…) Die Michaelskapelle war ein Weinkeller, dann hat man darin einen Altar gebaut und den Raum zu einer Kapelle gemacht. Das Kloster hat diesen Raum schnell zur Kirche dazugenommen. Hier fanden Messen für die Jugend statt.“

Bild: Serafin FRANZ, Kremsmünster von Norden 8/40, aus: Kulturverein Ausserdem (Kristöfl, Zweimüller), Kremsmünster um 1945, ein Projekt mit SchülerInnen des Stiftsgymnasiums Kremsmünster, 2013, Titelbild.