Hilfe zur Selbsthilfe in Brasilien

Eindrucksvoll berichtete Dr. Schistek von seiner Arbeit in Brasilien.

schistek1Von 17. bis 23. März war unser ehemaliger Mitbruder Harald Schistek (P. Hildebrand) zu Gast im Kloster. Er ist seit vielen Jahren als Entwicklungshelfer in Brasilien tätig. Wir freuen uns, dass er – wie viele ehemalige Mitbrüder – weiterhin guten Kontakt zu uns hat und dass er auch unseren Schülerinnen und Schülern einen Einblick in seine Arbeit gewährte.

DI Dr. Harald Schistek kann auf ein aufregendes, bewegtes Leben zurückblicken: In den 70er Jahren half er als einer der ersten Patres des Benediktinerklosters Kremsmünster, in Brasilien die Diözese Barreiras aufzubauen. Nach einigen Jahren verliebte er sich, trat aus dem Orden aus und studierte in Wien und danach auch in Brasilien Agrarökonomie. Er spezialisierte sich auf die Entwicklung des semiariden Raumes, der in Brasilien mehr als die Fläche Deutschlands und Frankreichs zusammengenommen ausmacht. Das Grundproblem hier besteht darin, dass der Mensch nicht gelernt hat, in dieser Region, wo 8 Monate im Jahr totale Trockenheit herrscht, nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Und so wurden Speicher- und Bewässerungsmethoden entwickelt, die die Landwirtschaft dieses Raumes revolutionierten. Ein Großteil der Haushalte wendet heute die Technologien von Dr. Schistek an. Aber die Hilfe, die Schisteks Institut anbietet, geht über die Wasserproblemtik hinaus: Landwirtschaftschulungen für Kleinbauern, Gerechte Verteilung der Anbaugebiete, Schulbildung, Gleichberechtigung und andere Themen werden hier – oft mit großem Erfolg – durchgeführt.
In einem erfrischend lebendigen Vortrag berichtete Dr. Schistek vor den SchülerInnen des Geographie- und Wirtschaftskundefachs über sein Schaffen. Die ZuhörerInnen waren begeistert. Eigentlich auch logisch: Wer so viel bewirkt und erreicht hat, hat auch etwas zu sagen.
Prof. Klaus Thaler