Durchlässig für Licht

Ein Impuls von Andreas Knapp

christushochaltarkremsmuensterEvangelium zum 5. Sonntag im Jahreskreis A, 9. Februar 2014, Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Licht bringen können wir vor allem dann, wenn wir selbst immer neu auf Christus, das Licht, schauen. Sehr schön kommt die verwandelnde Kraft der Betrachtung Jesu in einem geistlichen Gedicht von Andreas Knapp zum Ausdruck.

Bildbetrachtung

versenk dich in den Glanz
der des Unsichtbaren
Abglanz ist

nicht im Spiegel
in seinem Bild
siehst du dich wirklich

geh Ihm nie mehr aus den Augen
sieh dich endlos satt
in Ihm bist du im Bilde

Sein Blick fällt dir ins Auge
verbrennt das falsche Selbstbildnis
Er will sich dir einbilden

nimm dich selbst zurück
bis du durchsichtig geworden bist
und Durchblick gibst auf Ihn

denn wer für Licht
ganz durchlässig geworden ist
wird selbst zu Licht

(Andreas Knapp, Brennender als Feuer, Regensburg 2004, 40)