Alles neu?!

Von Napoleon wird berichtet, dass er während der Verhandlungen mit dem Vatikan zum päpstlichen Chefverhandler Kardinal Consalvi gesagt habe: „Begreifen Sie, dass ich imstande bin, Ihre Kirche zu zerstören!“ Worauf Kardinal Consalvi antwortete: „Mein Herr, nicht einmal wir Priester haben das in achtzehn Jahrhunderten zustande gebracht.“

Eine interessante Anekdote …die Kirche kann man nicht zerstören …auch unser Kloster gibt’s immer noch und das mittlerweile seit 1237 Jahren. Freilich gibt es heute (und eigentlich zu jeder Zeit) viele, die meinen, dass die Kirche in den letzten Zügen liege, unsere Gemeinschaften keine Zukunft mehr hätten, die Botschaft des Evangeliums keine Relevanz mehr hat. Und in der Tat mussten wir in den letzten Tagen vernehmen, dass wieder mehr Leute der Kirche den Rücken gekehrt haben und der Blick auf die jüngere Vergangenheit bestätigt den Eindruck, dass es abwärts geht …Priestermangel, Pfarrzusammenlegungen, Austritte von Ordensleuten und Priestern, …
So könnten wir noch weiter jammern …aber das bringt niemandem was …und ich denke, es trifft auch nicht die Realität.
Versuchen wir doch mal, die Blickrichtung zu ändern:
Menschen suchen einen Sinn im Leben und sehnen sich nach Angeboten und Orten, wo es eben nicht nur um Leistung geht.
Menschen sind flexibel und offen und wählen das Angebot aus, dass ihnen entspricht und nehmen dafür sogar lange Anfahrtswege in Kauf.
Menschen engagieren sich für andere, ob im sozialen Bereich oder eben auch in den Pfarrgemeinden, aber oft eben, in abgegrenzten, überschaubaren Projekten.
neuewegeJa, wir dürfen durchaus von Krise sprechen, aber wir müssen auch die vielen Aufbrüche sehen und dürfen das Wesentliche nicht aus dem Auge verlieren. Wenn wir unseren Blickwinkel ändern, schaut ein vertrauter, alter Weg ganz anders und neu aus. Wie am Bild der Choraufgang in unserer Stiftskirche ganz anders ausschaut, als er mir vertraut ist, so dürfen wir gewiss sein, dass ein anderer Blick was verändert …mich, unsere Kirche, die Menschen um mich …weil Gott mitgeht, begleitet er auch unsere tastenden Schritte.

Keine Angst vor Neuem, Ungewohntem …
möchte ich unserer Kirche und so vielen Menschen heut ins Stammbuch schreiben …lassen wir uns ein auf das Neue, dann wird Gott immer neu Mensch und unsere Kirche beginnt aufzublühen!