„Seht es werden Tage kommen“

Gedanken zum Advent

csm_Advent_7f9ca18171Im Buch Jeremia lesen wir: „Seht, es werden Tage kommen – Spruch des Herrn -, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird für Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land. In jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit.“ (Jer 33,14-16)

Die Tage sind nun da. Die Tage des Advents. Die Tage der Vorbereitung auf die Geburt Christi. Die Tage, da Gott sein Heilswort erfüllt. Die Verheißung aus dem Buch Jeremia ist bereits angebrochen. Der Advent ist eine Zeit, in der wir uns das ganz besonders bewusst machen sollen. Advent heißt „Ankunft“ …Christus kommt an. Damals vor 2000 Jahren, heute und am Ende der Zeiten. ER ist schon da und doch brauchen wir diese Zeit der Vorbereitung, um uns wieder neu bewusst zu machen, dass ER auch in uns immer wieder ankommen möchte. Nicht nur zu Weihnachten. Aber im Advent liegt die Chance, sich wieder neu auszurichten und sich zu bereiten für die Verheißungen, die Gott in der Geschichte seinen Kindern gegeben hat; die in Christus schon erfüllt sind, die sich aber in unserem Leben immer wieder neu erfüllen müssen. Und diese Verheißung Gottes, die sich in Jesus Christus erfüllt hat, bringt Karl Rahner wunderbar auf den Punkt: „Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hineingesagt, ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist. Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt, ich liebe dich du Mensch.“ Dieses Wort ist uns zugesagt, das innerlich zu verstehen ist der Sinn der Adventszeit. Seht, es werden Tage kommen steht bei Jeremia. Die Band Juli sang vor ein paar Jahren: „Tage wie dieser kommen nie wieder.“ In dem Lied heißt es: „Du siehst das Licht, irgendwo am Ende. Der Augenblick ist jetzt und fließt wie Sand durch deine Hände. Doch du hältst dich, doch du hältst dich an ihm fest. Tage wie dieser, kommen nie wieder. Tage wie dieser, sollten nie vergessen geh’n.“
Der Augenblick ist jetzt. Jetzt ist die Zeit, neu zu beginnen, heute, am Beginn des Advents. Und wir dürfen uns an diesem Augenblick festhalten. Das Heilswort Gottes ist bereits erfüllt und erfüllt sich immer neu, wenn wir es annehmen – „wir sind gerettet und geliebt.“ Die Band Juli singt dann auch: „Und alles, was uns bleibt, Ist ein neuer Morgen. Du weißt, was das heißt.“ Wir wissen was es heißt: wir können jeden Tag neu anfangen, an diesen Gott, der uns in Jesus Christus begegnen will, zu glauben und auf ihn zu bauen. Fangen wir doch heute damit an. Und es sind die kleinen Dinge im Leben und im Advent, in denen ER ankommt. Nehmen Sie sich Zeit, IHN ankommen zu lassen. Da braucht man nicht jeden Tag eine viertelstündige Andacht zu halten, da braucht man keine großen Vorsätze, da brauchen wir uns nicht gefangen nehmen lassen vom Vorweihnachtsstress oder ständig darüber klagen, wie schlimm diese stillste Zeit letztendlich ist.
„Gott du liebst mich und ich will dich lieben.“ Dieser Satz reicht. Vielleicht schaffen Sie es, diesen Satz in der Adventszeit einmal täglich zu sagen. „Gott du liebst mich und ich will DICH lieben.“ Dieser Satz kann uns tragen, er trägt mich …durch diesen Advent …und vielleicht auch Sie. „Gott du liebst mich und ich will DICH lieben.“
Diese Erfahrung wünscht Ihnen
P. Franz